Vaping im Club: Warum Vapes das Rauchen im Nachtleben ablösen

Die Geschichte des Rauchens erlebte eine bedeutende Wendung mit der Einführung der ersten elektronischen Zigarette. Ursprünglich als Mittel zur Raucherentwöhnung konzipiert, hat sich das Dampfen schnell zu einer eigenständigen Kultur mit spezialisierten Vape Shops und einer breiten Community entwickelt. So ist ein Vape Shop heute oft mehr als ein Laden, bei dem die Kunden kurz vorbeikommen, um etwas zu kaufen. Vielmehr sind Vape Shops oft  Treffpunkt für regen Austausch und Fachgespräche innerhalb der Dampfer-Szene. Deshalb erstaunt es nicht, dass sich das Vapen im Vergleich zur traditionellen Zigarette durch eine gesellschaftlich zunehmende Akzeptanz auszeichnet, unterstützt durch die Wahrnehmung, dass es eine weniger schädliche Alternative darstellt. Gesundheitsbewegungen und -organisationen haben diese Sichtweise geprägt, indem sie auf die potenziellen Vorteile des Dampfens gegenüber dem Rauchen hinwiesen. Im Nachtleben führte dies zur Anpassung von Clubregeln, welche das Vapen im Club teilweise erlaubten. Zudem spielen Umweltaspekte eine Rolle, da Vape-Produkte oft wiederverwendbar und somit weniger umweltschädlich als weggeworfene Zigarettenstummel sind.


Eine Frau geniesst einen entspannten Abend im Club mit ihrer E-Zigarette.


Rechtliche Rahmenbedingungen für das Vapen in Clubs

In der Schweiz, wie in vielen anderen Ländern, werden die Vorschriften für Rauchen und Vapen in öffentlichen Räumen, einschliesslich Gastronomiebetrieben, durch Gesetze reguliert, die den Schutz vor Passivrauchen fokussieren. Der Face Club in Dietlikon setzte ein bemerkenswertes Zeichen, indem er das Vapen im Nichtraucherbereich erlaubte, was eine spezifische Anpassung an die Bedürfnisse seiner Gäste darstellte. Die Unterscheidung zwischen Rauch- und Nichtraucherbereichen in Clubs und deren gesetzliche Anforderungen sind ein komplexes Thema, vor allem im Hinblick auf die bevorstehende Einführung des neuen Tabakproduktegesetzes. Dieses Gesetz könnte die Praxis des Vapens in Clubs signifikant beeinflussen, indem es eine einheitliche Regulierung für den Konsum von Tabakprodukten in öffentlich zugänglichen Räumen vorschreibt. Die Haltung verschiedener Interessengruppen, von Bar- und Clubbetreibern bis hin zu Gesundheitsorganisationen, variiert hinsichtlich der Vorschriften und deren Auswirkungen auf das Vapen innerhalb ihrer Einrichtungen.

Die Clubszene wandelt sich: Weg von Zigaretten, hin zum Vaping.


Gesundheitsaspekte und Passivrauchen

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Vapens, sowohl für Konsumenten als auch für Passivraucher, sind Gegenstand aktueller Forschung. Studien deuten auf mögliche Risiken wie Atemwegsreizungen und ein erhöhtes Risiko von akuten Atemwegserkrankungen hin, wobei gleichzeitig argumentiert wird, dass das Vapen eine weniger schädliche Alternative zum traditionellen Rauchen darstellen könnte. Die fehlenden Langzeitdaten und die kontinuierliche Untersuchung potenzieller Risiken und Vorteile führen jedoch zu einer andauernden Debatte. Gesundheitsorganisationen, wie die Lungenliga Schweiz, betonen die Notwendigkeit, Vaping in Bezug auf den Passivrauchschutz ähnlich wie herkömmliches Rauchen zu behandeln, und weisen auf die Notwendigkeit von mehr Forschung in diesem Bereich hin. Die Diskussion über die Sicherheit von Inhaltsstoffen in E-Liquids und deren Einfluss auf die öffentliche Gesundheit unterstreicht die Bedeutung von Aufklärung und Prävention, um die gesellschaftliche Wahrnehmung und den Umgang mit elektronischen Zigaretten zu verbessern.

Die soziokulturelle Dimension des Vapens im Club

Das Vapen hat sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der Clubszene entwickelt und die sozialen Interaktionen sowie das Nachtleben nachhaltig verändert. Die Akzeptanz und Popularität von Vapes unter Clubbesuchern zeigen, wie sich die Clubkultur an neue Trends anpasst. Insbesondere der Entscheid des Face Clubs in Dietlikon, das Vapen im Nichtraucherbereich zu erlauben, spiegelt einen bemerkenswerten Wandel in der Wahrnehmung und Integration des Vapens in der Clubkultur wider. Vapes werden nicht nur als Alternative zum traditionellen Rauchen gesehen, sondern auch als modische Lifestyle-Produkte, die das Image ihrer Nutzenden prägen. Die Ästhetik und das Design von Vapes tragen dazu bei, dass sie als Modeaccessoire oder sogar als Statussymbol fungieren. Vape-Messen unterstreichen die wachsende Gemeinschaft der Vaper und fördern das Interesse am Dampfen. Diese Ereignisse bieten die Gelegenheit, die Vielfältigkeit der Vape-Kultur zu zelebrieren, von neuen Geräten bis hin zu einer breiten Palette an E-Liquid Geschmäckern, die ständig neue Trends setzen. 

Zukunftsaussichten: Was erwartet das Vapen im Nachtleben?

Die Zukunft des Vapens im Clubleben sieht vielversprechend aus, mit kontinuierlichen Innovationen in der Vaping-Technologie, die das Erlebnis noch attraktiver für Clubgänger machen könnten. Zukünftige Trends könnten fortschrittlichere Geräte und noch ausgefeiltere E-Liquid Formulierungen umfassen, die die sensorische Erfahrung des Vapens weiter verbessern. Änderungen in der Gesetzgebung könnten eine Herausforderung für das Vapen in Clubs darstellen, insbesondere mit dem neuen Tabakproduktegesetz, das einen signifikanten Einfluss auf den Konsum in öffentlich zugänglichen Räumen haben könnte. Trotz dieser möglichen Hürden ist die Anpassungsfähigkeit der Vape-Gemeinschaft und der Clubbetreiber entscheidend für die Zukunft des Vapens im Nachtleben. Die Entwicklung von E-Zigaretten bleibt ein wichtiger Faktor für Clubgänger, da technologische Fortschritte Produkten ermöglichen, sich an die sich wandelnden Bedürfnisse und Vorlieben der Vaper anzupassen. Gesundheitsinitiativen und Kampagnen könnten ebenfalls die Praxis des Vapens in Clubs beeinflussen, mit dem Ziel, Bewusstsein zu schaffen und eine Balance zwischen Vergnügen und gesundheitlichen Bedenken zu finden. Die Schaffung spezialisierter Vaping-Bereiche in Clubs könnte eine Lösung sein, um eine sichere und angenehme Umgebung für Vaper zu schaffen, ohne die Nichtraucher zu stören. Die Integration dieser Bereiche muss sorgfältig geplant werden, um den Bedürfnissen aller Gäste gerecht zu werden. 

Die Stimmung der Öffentlichkeit in Bezug auf E-Zigaretten: Ein Bericht

Für viele Raucherinnen und Raucher stellen E-Zigaretten oder Dampfer eine echte Alternative zu den herkömmlichen Tabakprodukten dar. Weltweit wird der Umsatz in dem Segment „E-Zigaretten“ auf dem Markt für Tabakwaren, Prognosen zufolge zwischen 2024 und 2028 kontinuierlich um insgesamt 13,01 Prozent steigen. Das entspricht einem Anstieg von 3,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2028 soll nach dem zehnten aufeinanderfolgenden Anstieg der Umsatz um schätzungsweise 27,74 Milliarden Euro steigen und einen neuen Höchststand erreichen.

Die E-Zigarette, hier abgebildet, steht im Zentrum der öffentlichen Auseinandersetzung um Rauchgewohnheiten.

Wird die Öffentlichkeit in die Irre geführt?

Der E-Zigarette geht es, seitdem sie auf dem Markt ist, an den Kragen. Immer wieder werden irreführende Informationen zu E-Zigaretten und E-Liquids, vorwiegend von Vertretern und Institutionen der Nikotinersatzmittel und der Tabakbranche selbst, veröffentlicht. Eben diese führen die Öffentlichkeit in die Irre. Es gab seit 2015(!) immer wieder Meldungen zum Thema, wie die Kritik am Statement der WHO. Die WHO hatte ein Statement veröffentlicht, in dem es hiess, dass das Dampfen schädlicher sei, als die herkömmliche Tabakzigarette. Doch allein aus einem Grund kann das nicht stimmen. Denn es kommt beim Dampfen nicht zu einem Verbrennungsvorgang und es gibt keinen nikotinhaltigen Tabak – somit handelt es sich um eine unüberlegte Aussage. Angesichts dessen versuchen die Hersteller, Konsumenten und Händler immer wieder regelmässig anhand von Studien zu belegen, dass viele der veröffentlichten Aussagen in Bezug auf die gesundheitlichen Risiken irreführend oder sogar falsch sind.

Kanadische Suchtforscher der University of Victoria bestätigten zuletzt:

  • Das Dampfen birgt deutlich weniger Risiken als das Rauchen von Tabakzigaretten.
  • Es handelt sich bei E-Zigaretten nicht um Einstiegsprodukte zum Tabakkonsum.
  • Beim Umstieg von Tabakzigaretten können E-Zigaretten helfen.

Dabei handelt es sich um eine grossangelegte Metastudie. Diese wurde durch die Universität von Victoria in British Columbia, Kanada durchgeführt. Der Mythos des Gateway-Effekts, der behauptet, dass der Konsum von E-Zigaretten zum Tabakkonsum führt, gesellt sich somit zu einer Vielzahl widerlegter Behauptungen. Ebenso wird der Mythos um die Popcorn-Lunge durch Diacetyl in Liquids als widerlegt betrachtet. InnoCigs engagiert sich aktiv in der Aufklärung solcher irreführenden Behauptungen, insbesondere durch die Unterstützung des aufklärenden Dokumentarfilms „A Billion Lives“. Als Sponsor ermöglichte das Unternehmen die deutsche Kinopremiere mit deutscher Übersetzung. Der Film beleuchtet die Kontroversen zwischen der Tabakindustrie, Nikotinersatzmitteln und E-Zigaretten.

Ein Abbild der modernen Alternative zum traditionellen Rauchen: Die E-Zigarette.

Die Rolle der Medien in Bezug auf die öffentliche Meinungsbildung

Die Medienberichterstattung spielt eine entscheidende Rolle bei der öffentlichen Wahrnehmung von E-Zigaretten. Das komplexe Thema erfordert eine tiefgehende Auseinandersetzung, die jedoch von den meisten Medien aufgrund ihrer Komplexität nicht erwartet werden kann. Die wenigen, die sich dennoch eingehender mit dem Thema beschäftigen, zeichnen oft ein differenzierteres Bild der E-Zigarette, das sich deutlich von den dramatischen Schlagzeilen über die angebliche Schädlichkeit und Verführung Jugendlicher unterscheidet. Etwa 59 Prozent der Bevölkerung glauben, dass die E-Zigarette genauso schädlich wie die Tabakzigarette ist, und mehr als 70 Prozent der Ärzte in Deutschland fühlen sich unzureichend über das Thema informiert. Dies ist teilweise das Ergebnis der jahrelangen, wenn auch unbeabsichtigten, negativen medialen Berichterstattung. Es ist wichtig zu beachten, dass Medien oft von Sensationsgier getrieben sind, und Angst verkauft sich besser als Hoffnung. Die Hoffnung liegt daher in einem seriösen Journalismus, der genauer hinschaut, auch wenn dieser beim Thema E-Zigarette leider zu selten anzutreffen ist.

All das hält Dampfer nicht vom Dampfen ab!

In der Zwischenzeit hat sich eine umfangreiche Community rund um das Dampfen gebildet. Dampfen wird nicht nur als Gewohnheit betrachtet, sondern vielmehr als vielseitiges Hobby, das durch eine Fülle von Apps, Websites, YouTubern und Magazinen unterstützt wird. Die Community beschäftigt sich mit unterschiedlichsten Aspekten dieses Lifestyle-Produkts, wie beispielsweise Rezeptvorschläge für selbstgemischte Liquids mit den unterschiedlichsten Geschmäckern. In Internetforen wird gegenseitige Unterstützung angeboten und jede Innovation im Bereich der E-Zigaretten wird mit Begeisterung aufgenommen. Diese neue Welt präsentiert sich bunt, schön und fröhlich. Die Existenz von schlechtem Gewissen scheint (endlich) der Vergangenheit anzugehören.